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Die Zeiten, in denen ein „Anwalt für alles“ wirtschaftlich an der Spitze stand, sind vorbei. Der aktuelle STAR-Bericht 2025 der BRAK macht deutlich, dass Spezialisierung der entscheidende Hebel für den wirtschaftlichen Erfolg in der Anwaltschaft ist. Doch welche Fachbereiche lohnen sich besonders und wie groß ist der finanzielle Vorsprung durch den Fachanwaltstitel wirklich?
Der „Fachanwalt-Bonus“: Zahlen, die für sich sprechen
Wer auf ein klares Profil setzt, erzielt signifikant höhere Honorare. Im Wirtschaftsjahr 2024 erwirtschafteten Rechtsanwälte ohne Spezialisierung im bundesweiten Durchschnitt einen persönlichen Honorarumsatz von lediglich 109 Tsd. Euro. Kollegen, die sich spezialisiert haben (ohne Titel), kamen bereits auf 177 Tsd. Euro. Die Spitzengruppe bilden die Fachanwälte mit einem durchschnittlichen Honorarumsatz von 237 Tsd. Euro.
Besonders deutlich wird dieser Vorteil bei der Betrachtung von Vollzeit-Berufsträgern:
• Eine Spezialisierung (ohne Titel) führt zu einem um 53 % höheren persönlichen Überschuss im Vergleich zu nicht spezialisierten Kollegen.
• Ein Fachanwaltstitel ermöglicht sogar einen um 72 % höheren persönlichen Gewinn gegenüber Generalisten.
Auch beim Stundenverdienst ist die Hierarchie klar: Während Generalisten im Schnitt einen Überschuss von 34 Euro pro Stunde erzielen, erreichen Fachanwälte im Mittel 61 Euro pro Stunde.
Ranking: Welche Rechtsgebiete sind am lukrativsten?
Obwohl der Bericht darauf hinweist, dass die Ergebnisse je nach Fallzahl variieren können, zeigt sich bei der Rentabilität pro Mandat ein deutliches Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einzelner Gebiete:
1. Handels- und Wirtschaftsrecht: Unangefochtener Spitzenreiter mit den höchsten persönlichen Umsätzen und dem größten Überschuss je Mandat.
2. Steuerrecht: Belegt den zweiten Platz bei Umsatz und Gewinn pro Mandat.
3. Öffentliches Recht: Verzeichnet ebenfalls überdurchschnittlich hohe Überschüsse pro Mandat.
4. Bürgerliches Recht / Arbeitsrecht: Diese Gebiete liegen im soliden Mittelfeld der Erträge pro Mandat.
5. Verkehrsrecht / Familienrecht: Diese Gebiete weisen hohe Mandatszahlen auf, liegen aber beim Ertrag pro Mandat eher im Durchschnitt.
6. Sozialrecht sowie Ausländer- und Asylrecht: Diese Fachbereiche bilden das wirtschaftliche Schlusslicht mit dem geringsten persönlichen Überschuss je Mandat.
💡 Wichtiger Hinweis zur Datenbasis: Bitte beachten Sie, dass der STAR-Bericht für seine wirtschaftliche Analyse teilweise Rechtsgebiete als Sammelkategorien zusammenfasst, die über die 24 offiziellen Fachanwaltschaften hinausgehen. So existiert beispielsweise kein Fachanwaltstitel für „Bürgerliches Recht“ – dieses wird im Bericht jedoch als eigenständige statistische Gruppe geführt, um die wirtschaftliche Lage in der breiten Zivilrechtspraxis abzubilden.
Warum Fachanwälte mehr verdienen
Der finanzielle Erfolg der Fachanwälte basiert nicht nur auf höheren Stundensätzen. Fachanwälte bearbeiten mit durchschnittlich 185 Mandaten pro Jahr wesentlich mehr Fälle als ihre spezialisierten Kollegen ohne Titel (129 Mandate) oder Generalisten (130 Mandate). Zudem berechnen sie aufgrund ihrer Expertise höhere Zeithonorare. Die durchschnittlichen Regelstundensätze nehmen mit steigendem Spezialisierungsgrad messbar zu und erreichen bei Fachanwälten ihr Maximum.
Fazit für 2025:
Der Weg zum wirtschaftlichen Erfolg führt unmissverständlich über die Positionierung als Experte. Der Fachanwaltstitel ist dabei nicht nur ein Qualitätssiegel für Mandanten, sondern ein echter Rendite-Turbo für die eigene Kanzlei.
72 % mehr Gewinn sind kein Zufall – sie sind das Ergebnis klarer Spezialisierung.
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