Fachanwaltslehrgänge im Agrarrecht

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Fachanwaltslehrgang Agrarrecht: Was Sie brauchen

Für den Fachanwaltstitel im Agrarrecht verlangt die FAO einen Lehrgang von mindestens 120 Zeitstunden mit mindestens drei Klausuren (§ 4, § 4a FAO) und 80 selbst bearbeitete Fälle, davon 20 rechtsförmliche Verfahren (§ 5 Abs. 1 Buchst. t FAO). Den Kenntniskatalog legt § 14m FAO fest.

Fachanwaltslehrgänge im Agrarrecht werden bundesweit nur von wenigen Veranstaltern und nicht in jedem Jahr angeboten. Die Liste oben zeigt, was aktuell über das Portal buchbar ist. Ist sie leer, ist zurzeit kein Agrarrechtslehrgang über uns buchbar; neue Termine erscheinen dort automatisch. Anrechenbare Fortbildungen im Agrarrecht finden Sie unabhängig davon unter Fortbildungen im Agrarrecht nach § 15 FAO.

Was muss der Lehrgang im Agrarrecht abdecken?

§ 14m FAO gliedert das Fachgebiet in fünf Bereiche und macht es damit inhaltlich zum breitesten aller 24 Fachgebiete:

Agrarspezifisches Zivilrecht: Landpachtrecht, Produkthaftung mit Grundzügen des Lebensmittelrechts, Jagd- und Jagdpachtrecht, Besonderheiten des Erb-, Familien- und Arbeitsrechts sowie die typischen Vertragstypen vom Bewirtschaftungsvertrag bis zum Betriebserwerb.
Agrarspezifisches Verwaltungsrecht: Genehmigungsverfahren nach Immissionsschutz- und Baurecht einschließlich erneuerbarer Energien, Umwelt-, Natur- und Pflanzenschutzrecht, Tierschutz- und Tierseuchenrecht, Flurbereinigung, Grundstücksverkehrs- und Landpachtverkehrsrecht, Wein-, Forst-, Jagd- und Fischereirecht, landwirtschaftliches Steuer- und Sozialversicherungsrecht sowie Agrarbeihilfen.
Agrarspezifisches Ordnungswidrigkeiten- und Strafrecht.
Agrarspezifisches EU-Recht einschließlich Wettbewerbs- und Kartellrecht.
Agrarspezifisches Verfahrensrecht mit dem Landwirtschaftsverfahrensrecht und Grundzügen der EU-Gerichtsbarkeit.

Die Klausuren stammen aus verschiedenen dieser Bereiche: mindestens drei Aufsichtsarbeiten in Präsenzform, jede zwischen einer und fünf Zeitstunden, zusammen mindestens 15 Zeitstunden (§ 4a FAO).

Welche praktischen Erfahrungen verlangt § 5 FAO?

80 Fälle aus den letzten fünf Jahren. Auf das agrarspezifische Zivilrecht und das agrarspezifische Verwaltungsrecht müssen jeweils mindestens zehn Fälle entfallen; mindestens 20 Fälle müssen rechtsförmliche Verfahren sein, also Gerichts-, Rechtsbehelfs-, Schlichtungs- oder Schiedsverfahren.

Gibt es einen Weg ohne Lehrgang?

Ja, aber er ist schmal. § 4 Abs. 3 FAO lässt außerhalb eines Lehrgangs erworbene Kenntnisse zu, wenn sie dem Lehrgangswissen entsprechen. In der Praxis verlangt der Fachausschuss dafür Nachweise, die einem Lehrgangszeugnis gleichkommen, und führt in der Regel ein Fachgespräch nach § 7 FAO. Für ein Gebiet mit so breitem Katalog ist der Lehrgang der verlässlichere Weg, auch wenn man auf den nächsten Termin warten muss.

Wann lohnt sich der Fachanwaltstitel Agrarrecht?

Zum 1. Januar 2026 führten nach der BRAK-Statistik 199 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte den Titel, die meisten in den landwirtschaftlich geprägten Kammerbezirken. Ein Hof ist zugleich Wohnort, Gewerbebetrieb, Immobilie, Arbeitgeber und Empfänger öffentlicher Mittel; wer diese Mandate bündelt, hat vor Ort kaum Wettbewerb. Markt, Verdienst und Grenzen des Titels: Fachanwalt Agrarrecht werden. Den Überblick über alle Fachgebiete gibt der Leitartikel Fachanwalt werden 2026.

Und nach dem Titel? Die Fortbildungspflicht nach § 15 FAO

Mit dem Titel beginnt die Pflicht zu 15 Zeitstunden Fortbildung je Fachgebiet und Kalenderjahr. Sie greift schon vor der Verleihung: Wird der Antrag nicht im Kalenderjahr des Lehrgangsbeginns gestellt, ist ab diesem Jahr Fortbildung nach § 15 FAO nachzuweisen (§ 4 Abs. 2 FAO). Anrechenbare Veranstaltungen finden Sie unter Fortbildungen im Agrarrecht, bis zu fünf Stunden im Jahr auch im Selbststudium Agrarrecht.