Bertil Jakobson: Forensische Vernehmungen: Gedächtnispsychologie, Teil 2: Wie irrtumsbedingt falsche Zeugenaussagen entstehen!
Referent: Rechtsanwalt Bertil Jakobson, Fachanwalt Strafrecht, Fachanwalt Verkehrsrecht, Jakobson Rechtsanwaltskanzlei, Moers
Der menschliche Irrtum ist allgegenwärtig. Er sickert ein in Gedanken und setzt sich dort fest. Es gibt keine Insel, auf der die Menschheit frei vom menschlichen Irrtum wäre. Irrtumsbedingt objektiv falsch aussagende Zeugen sind die größte Gefahr für ein zuverlässiges Gerichtsurteil. Das Seminar baut auf dem 1. Teil auf. Es werden häufige und daher einigermaßen vorhersagbare Falschaussagen aufgrund von Irrtümern besprochen. Das Seminar unterscheidet Gedächtnisfehleistungen bereits bei der frühzeitigen Akquisition von Wahrnehmungen, bei der späteren Speicherung und auch zuletzt beim Abruf von Erinnerungen im Rahmen einer forensischen Vernehmung: Geistesabwesenheit, Suggestibilität, Veränderungsblindheit, Interviewer Bias, Stereotypisierende Induktionen und andere psychologische Phänomene werden besprochen. Diese sind im Einzelfall bei der Erstellung des eigenen Vernehmungskonzept strategisch zu reflektieren und können gefährliche Einfallstore für zukünftige objektiv falsche Zeugenaussagen markieren.