Präsenzkurs6 Std.Bau- und Architektenrecht

Die Kalkulation - das Herzstück des Angebots

Bedeutung, Risiken und Chancen der Kalkulation aus baubetrieblicher und rechtlicher Sicht

Angeboten von IBR SEMINAREReferent: Dr.-Ing. Robert Tietz Moritz Lennich
Veranstalter:
IBR SEMINARE
Rechtsgebiet:
Bau- und Architektenrecht
§15 FAO Stunden: 6 Std.
Präsenzkurs
499,00 €

Kursbeschreibung

Die Kalkulation ist und bleibt auch mit Blick auf das neue Bauvertragsrecht das Herzstück des Angebots und das entscheidende Element für die Preisermittlung der Nachtragsleistungen. Denn der Unternehmer kann gemäß § 650c Abs. 2 BGB zur Berechnung der Vergütung für den Nachtrag auf die Ansätze in einer vereinbarungsgemäß hinterlegten Urkalkulation zurückgreifen. Was bedeutet aber die Vermutung, dass die auf Basis der Urkalkulation fortgeschriebene Vergütung den tatsächlich erforderlichen Kosten entspricht? Wird mit dem neuen Bauvertragsrecht der von der Rechtsprechung sanktionierten spekulativen Preisgestaltung ein Ende bereitet? Welche Bedeutung erfährt die Kalkulation noch im Rahmen der VOB/B? Und insbesondere welche Folgen ergeben sich für die Kalkulation aus dem Urteil des BGH vom 08.08.2019 – VII ZR 34/18 und den hieraus von der obergerichtlichen Rechtsprechung für Nachtragsleistungen gezogenen Schlüssen? Danach kann der Auftragnehmer auch für Nachtragsleistungen nach der VOB/B die Vergütung anhand der tatsächlich erforderlichen Kosten zuzüglich angemessener Zuschläge für AGK ermitteln. Was bedeutet dies für die Kalkulation und welche Kalkulationsvorgaben muss eine Einigung bzw. eine vertragliche Regelung über die Preisbildung beinhalten? Das Seminar beschäftigt sich mit Möglichkeiten und Grenzen, die einer Kalkulation zum einen baubetrieblich und zum anderen rechtlich gesetzt sind. Kompetenzen im Umgang mit Angebots- und Nachtragskalkulationen sowie mit spekulativen Sachverhalten sollen verbessert, Chancen und Risiken der Kalkulation aufgezeigt werden.
  1. Grundlagen der Kalkulation
    • Zuschlagskalkulation oder Kalkulation über die Angebotssumme
    • Bedeutung der Einheitlichen Formblätter (EFB)
    • Kostenfaktoren und deren Bedeutung
    • Lohn-, Geräte-, Stoff- und sonstige Kosten
    • Gemeinkosten (BGK, AGK, W/G)
    • Fixe und variable Kosten
    • Zeitabhängige und zeitunabhängige Kosten
    • Wettbewerbsindizierte Spekulation 
    • Grundlagen der Baukalkulation – mit oder ohne EFB?
    • Urkalkulation – Angebotskalkulation – Auftragskalkulation – Nachtragskalkulation 
  2. Grenzfälle der Kalkulation 
    • Grundsatz: Kalkulationsfreiheit
    • Mischkalkulation
    • Sittenwidrige Spekulation und Neues Bauvertragsrecht 
  3. Kalkulation der Nachtragsleistung nach der VOB/B 
    • Bleibt guter Preis wirklich guter Preis?
    • Fortschreibung einzelner Kostenbestandteile
    • Fortschreibung von Aufwands- und Leistungswerten
    • Chancen und Grenzen der Fortschreibung von Spekulationspreisen, mischkalkulierten Preisen, unterdeckten Kosten
    • Zusätzliche und unterdeckte Gemeinkosten
    • Alternative: Gemeinkostentrennung – eine Methode zur Vermeidung von Spekulation?
    • Nachtragsbearbeitungskosten
    • Beispiele
  4. Kalkulation der Nachtragsleistung nach neuen Bauvertragsrecht 
    • Tatsächlich erforderliche Mehr- oder Minderkosten
    • Angemessene Zuschläge für Allgemeine Geschäftskosten
    • Vermutungswirkung der Urkalkulation
    • Nachtragsbearbeitungskosten
    • Beispiele

Termin / Kursort

Mannheim

Mi., 28.10.2026Verfügbar
IBR-Seminarzentrum
Veranstaltungsinformation
Termin
Mi., 28.10.2026 09:30 bis 17:00 Uhr
Veranstaltungsort
IBR-Seminarzentrum
Heinrich-von-Stephan-Straße 3
68161 Mannheim
Referent
  • Dr.-Ing. Robert Tietz
  • Moritz Lennich
Preise
Normalpreis
499,00 € zzgl. USt.

Gut zu wissen

Anrechnung
Anrechenbar als Fortbildung gem. § 15 FAO; Teilnahmebescheinigung nach Abschluss.
Teilnahmebescheinigung
Vor Ort sowie digital.
Storno & Umbuchung
Regelt der Anbieter – siehe dessen AGB.
Verpflegung & Organisation
Nach den Angaben des Anbieters.