Existenzsicherung, Teilhabe und Sozialversicherung – mit interdisziplinären Bezügen.
Passend zur Weihnachtszeit beleuchtet dieses ungewöhnliche § 15 FAO Online-Seminar die Weihnachtsgeschichte und Weihnachtsbräuche im Spiegel des Sozialrechts und seiner Praxis.
Seminarziel
Weihnachten ist ein verdichtetes gesellschaftliches Geschehen, in dem sich zentrale Strukturen des Sozialrechts besonders anschaulich abbilden lassen.
Das Seminar analysiert die Weihnachtsgeschichte und klassische Weihnachtsbräuche systematisch und ordnet sie in drei Kernbereiche ein:
- Existenzsicherung und Bedarfsdeckung
- Teilhabe und Einbindung in soziale Strukturen
- Sozialversicherungsrechtliche Bewertung von Tätigkeiten und Lebenssachverhalten
Darüber hinaus werden gezielt Schnittstellen zu angrenzenden Rechtsgebieten aufgezeigt, die in der anwaltlichen Beratungspraxis regelmäßig eine Rolle spielen, ohne den sozialrechtlichen Schwerpunkt zu verdrängen.
Inhalt
- Die Weihnachtsgeschichte als sozialrechtlicher Ausgangsfall
- Reise infolge staatlicher Anordnung (Volkszählung)
- fehlende Unterkunft („kein Platz in der Herberge“)
- Geburt eines Kindes unter nicht gesicherten Versorgungsbedingungen
- Unterstützung durch Dritte (Hirten, Gaben)
Sozialrechtlicher Schwerpunkt:
Existenzsicherung, Unterkunft und Mindestversorgung in atypischen Lebenslagen.
- Bedarf, Bedarfsgemeinschaft und soziale Einbindung
- Die „Heilige Familie“ als Bedarfsgemeinschaft
- Versorgung eines Neugeborenen als besonderer Bedarf
- Bedeutung tatsächlicher Hilfeleistungen durch Dritte
Dogmatische Einordnung:
Übertragbarkeit auf typische Konstellationen des SGB II und SGB XII.
- Weihnachtsbräuche als sozialrechtlich relevante Lebenssachverhalte
- Bescherung / Geschenke
→ Abgrenzung zwischen Einkommen und privilegierter Zuwendung
- Nikolausgaben
→ sozial geprägte Unterstützungsleistungen
- Adventskalender / Adventskranz
→ historisch sozialpädagogischer Kontext (Kinderfürsorge)
- Gemeinschaftsbezogene Unterstützung (z.?B. Spendenbräuche)
→ tatsächliche Hilfe im sozialen Umfeld
Sozialrechtlicher Fokus:
Einordnung von Zuwendungen im Spannungsfeld von Bedarf, Einkommen und sozialer Integration.
- Sozialversicherungsrechtliche Strukturen im Weihnachtskontext
Systematische Herleitung zentraler Kriterien anhand klassischer Figuren:
- Der Nikolaus als „Leistungserbringer“
- Tätigkeit mit Gehilfen
→ Abgrenzung Beschäftigung / Selbstständigkeit
- Hausbesuche unter winterlichen Bedingungen
→ Einordnung möglicher Konstellationen der gesetzlichen Unfallversicherung
- Der Engelchor
- organisierte kollektive Tätigkeit
→ Kriterien der Eingliederung, Weisungsabhängigkeit und Beschäftigung
- Die Hirten
- kontinuierliche, fremdnützige Tätigkeit (Nachtarbeit)
→ Grundstrukturen abhängiger Beschäftigung
Sozialversicherungsrechtlicher Schwerpunkt:
Tatbestandsmerkmale von Beschäftigung, Tätigkeit und versichertem Risiko werden anhand eingängiger Fallmodelle herausgearbeitet.
- Verzahnung der Systeme
- Wechselwirkungen zwischen Bedarf, Unterstützung und Erwerbstätigkeit
- strukturelle Zusammenhänge zwischen Sozialleistungsrecht und Sozialversicherung
Ergebnis:
Ein Gesamtverständnis des Sozialrechts als integriertes System.
- Schnittstellen zu anderen Rechtsgebieten (praxisrelevant, aber nachgeordnet)
- Steuerrecht
→ Behandlung von Geschenken und Zuwendungen
- Gesellschaftsrecht
→ Einordnung organisierter Tätigkeiten (z.?B. Weihnachtsveranstaltungen, „Engelchor“)
- Arbeitsrecht
→ Einbettung in Beschäftigungssysteme (insb. Feiertagsarbeit)
- Medizinrecht
→ Mindeststandards bei Geburt und Versorgung
- Migrationsrecht
→ Reisebewegungen und Aufenthaltsfragen (z.?B. Maria und Josef als Modellfall)
- Agrarrecht
→ typische landwirtschaftliche Tätigkeit der Hirten als Ausgangspunkt arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Bewertung
Funktion:
Abrundung der sozialrechtlichen Betrachtung durch praxisnahe Querverbindungen.
Teilnehmerkreis
Rechtsanwälte und Fachanwälte für Sozialrecht bzw. Arbeitsrecht bzw. Familienrecht bzw. Migrationsrecht sowie Juristen, die ihre Kenntnisse im Sozialleistungs- und Sozialversicherungsrecht anhand praxisnaher Fallkonstellationen vertiefen möchten.
Zeit
2,5 Nettozeitstunden
Gut zu Wissen
Es besteht die Möglichkeit während und nach dem Seminar via Chat Fragen zu stellen. Allerdings wird empfohlen, Fragen für eine effektivere Kommunikation über das Mikrofon zu äußern.
Wenn Fragen direkt über das Mikrofon gestellt werden, profitieren sowohl die Teilnehmenden als auch die Referierenden. Dies fördert ein besseres Verständnis und ermöglicht es allen, mehr aus dem Seminar mitzunehmen
Technischer Hinweis
Bitte prüfen Sie vor Ihrer Teilnahme an einem unserer Online-Seminare, ob Ihr IT-System die technischen Mindestvorraussetzungen zur Teilnahme erfüllt.
Mehr Informationen finden Sie auch in unseren FAQs // Online-Seminare/Technische Fragen-Problemlöser