Moderator: RA Stefan Wehmeyer, FA für Handels-und Gesellschaftsrecht, FA für Erbrecht
- In Kooperation mit der HERA Fortbildungs GmbH der Hessischen Rechtsanwaltschaft und RAK für den Oberlandesgerichtsbezirk Koblenz -
Mit Nachweis für die Fachanwaltschaften "Erbrecht" oder "Familienrecht" oder "Steuerrecht" oder "Handels- und Gesellschaftsrecht" (15 FAO-Stunden)
Das Unternehmertestament ist die Krone der Testamentsgestaltung und birgt zahlreiche zivilrechtliche und erbrechtliche Gestaltungsfallen. Es erfordert nicht nur Fingerspitzengefühl in der Beratungssituation, sondern auch fundierte Kenntnisse im Erbrecht, Gesellschaftsrecht, Einkommensteuerrecht und Erbschaftsteuerrecht. Die Veranstaltung behandelt praxisnah sowohl die zivilrechtlichen als auch die steuerlichen Gestaltungsaufgaben, gibt Gestaltungshinweise, Formulierungsvorschläge und warnt vor verborgenen Fallen. Grundkenntnisse im Erb- und Gesellschaftsrecht werden vorausgesetzt.
I. Die Instrumente des Erbrechts
1. Erbeinsetzung
2. Vermächtnis
3. Vor- und Nacherbschaft
4. Die Erbengemeinschaft
5. Vererblichkeit von Rechtsformen und Gesellschaftsformen
6. Änderungen durch das MoPeG
II. Die Ermittlung der Erben beim jungen Unternehmer
1. Das Gebot der Höchstpersönlichkeit, § 2065
2. Erbeinsetzung
3. Vermächtnisse nach § 2051 ff. BGB
III. Vorläufige Sicherungen und Verwaltung (Testamentsvollstreckung)
IV. Transmortale Vollmachten – Sicherung der Handlungsfähigkeit
V. Vererbung von Anteilen an Personengesellschaften (Gesellschafts- und Steuerrecht)
1. MoPeG
2. Fortsetzungsklausel
3. Nachfolgeklausel
4. Qualifizierte Nachfolgeklausel
5. Eintrittsklausel
6. Besonderheiten bei Vermächtnissen
7. Problemfall Sonderbetriebsvermögen
VI. Vererbung von Anteilen an Kapitalgesellschaften
1. Einziehungsklauseln und Zwangsabtretung
2. Berichtigung der Gesellschafterliste
3. Testamentsvollstreckung
4. Überfremdungsschutz
VII. Weitere Steuerliche Probleme und Fallen
1. Folgerungen des JStG 2020
2. Einkommensteuer
3. Erbschaftsteuerliche Optimierung und aktuelle Entwicklungen
4. Erbengemeinschaft
5. Besonderheiten bei Betriebsaufspaltung
VIII. Pflichtteilsreduzierende Gestaltungen
1. Gesellschaftsrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten
2. Familienrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten
3. Lebzeitige Zuwendungen
4. Pflichtteilsanrechnung, §§ 2315 BGB
5. „Flucht in die Pflichtteilsergänzung“
6. Lebzeitige Vermögensminderungen und Pflichtteilsergänzung, § 2325 BGB
Seminarinhalt:
Vermögende Familien legen großen Wert darauf, dass Schwiegerkinder im Fall einer Ehescheidung keinen Zugriff auf das Familienvermögen erhalten. Anhand eines konkreten Fallbeispiels werden praxiserprobte Regelungen für vorsorgende Eheverträge dargestellt und gezeigt, wie sich im Rahmen der Nachfolgegestaltung durch einen gezielten Wechsel des Güterstandes (sogenannte Güterstandsschaukel) Vermögenswerte schenkungsteuerfrei zwischen Ehegatten übertragen und Freibeträge optimal ausnutzen lassen.
Inhalte im Überblick:
- Wirksamkeitskontrolle von Eheverträgen und Vermeidung der Sittenwidrigkeit
- Gestaltung des Beurkundungsverfahrens zum Ausschluss der subjektiven Imparität
- Schenkungsteuerliche Behandlung von Abfindungszahlungen in vorsorgenden Eheverträgen
- Wahl des richtigen Güterstandes: Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung und modifizierte Zugewinngemeinschaft
- Gestaltung von Versorgungsausgleich und nachehelichem Unterhalt
- Pflichtteilsverzichtsverträge zwischen Ehegatten zum Schutz des Familienvermögens
- Die Güterstandsschaukel zur schenkungsteuerfreien Vermögensübertragung und optimalen Freibetragsausnutzung
- Ehevertragsklauseln in Gesellschaftsverträgen
- Notarkosten und Vollzugsfragen bei vorsorgenden Eheverträgen
Seminarinhalt:
- Nießbrauch: Bewertung des Nießbrauchsrechts nach Übertragungsgegenständen und Wertfindung des Zukunftsertrags
- Vorteile gutachterlicher Wertfindungen unter Einbezug des Nießbrauchs
- Immobiliennießbrauch und Belastungsabzug im Jahreswert: Schuldzinsenabzug und Renovierungsverpflichtungen
- Nießbrauch / Wohnrecht und Pflichtteilsergänzungsrecht: Wann beginnt der Fristlauf? Ist das Nießbrauchsrecht stets hinderlich?
- Nießbrauch und Grunderwerbsteuer
- Widerrufsrechte im Steuerrecht: Notwendigkeit der Vereinbarung im Übertragungsvertrag; Erlöschen der Schenkungsteuer nach § 29 Abs. 1 ErbStG, Nutzungsbesteuerung nach § 29 Abs. 2 ErbStG (einschl. Steuerbefreiungen); Steuerbezogene Rückforderungsrechte und deren Ausgestaltung
- Wegfall der Geschäftsgrundlage als Reparaturklausel in der Schenkungsteuer
- Widerrufsrechte im Pflichtteilsergänzungsrecht
- Freie Widerrufsrechte im ErbStG, EStG und Pflichtteilsergänzungsrecht
- Steuerbefreiung nach § 13 Abs. 1 Nr. 10 ErbStG vs. Widerrufsrecht
ONLINE-Fortbildung:
Als Online-TeilnehmerIn benötigen Sie nur einen PC, Tablet, etc. mit Micro – und Kamerafunktion (nicht zwingend) sowie eine stabile Internetverbindung.
Sie erhalten zwei Tage vor Seminarbeginn weitere Informationen und einen Zugangslink, mit dem Sie sich dann direkt über Ihren Browser in das Seminar einloggen können. Wir führen unsere Online-Veranstaltungen über ZOOM durch.
Während des Seminars können Sie mit dem Referenten und Teilnehmern über einen Chat oder auch aktiv durch Zuschaltung in Kontakt treten und Fragen stellen.
Das Online-Seminar berechtigt wie unsere Präsenzseminare zum Fortbildungsnachweis nach § 15 FAO.