Das Seminar richtet sich an Praktiker. Bau-/Anlagenbauprojekte sind in jeder Hinsicht komplex und infolgedessen anfällig für Störungen mit erheblichem wirtschaftlichem Gewicht. Dies in Kombination mit sinkenden Margen führt zu steigender Bedeutung einer wirksamen Rechtswahrung/-durchsetzung, insbesondere für Auftragnehmer, aber auch für Auftraggeber. Das Seminar soll die Teilnehmer für die vielschichtigen Anforderungen einer solchen Rechtswahrung/-durchsetzung – präventiv und reaktiv – sensibilisieren.
Claims, Claims-Management:
- Erkennen möglicher Claims:
- Claim-Arten: Mehr Geld (Preisanpassung, Schadensersatz etc.), mehr Zeit (EoT), sonstige
- Faktische Claim-Grundlagen: Leistungsänderungen, Mehrleistungen, Behinderungen, Verzögerungen, Schäden etc.
- Rechtliche Claim-Grundlagen: vertragliche Ansprüche, gesetzliche (z.B. deliktische) Ansprüche etc.
- Claim-Gegner: Auftraggeber, Nachunternehmer, Planer, andere Projektbeteiligte, Projektversicherer
- Sicherung und Aufbereitung von Claims:
- Achtung: Claim-Formalien: vertragliche, gesetzliche
- Achtung: Einbindung etwaiger relevanter Dritter (Nachunternehmer, Versicherer etc.)
- Elementar: Richtige Dokumentation
- Parteigutachter: Anforderungen, richtige Auswahl, richtige Nutzung
- Claim-Schreiben und Claim-Korrespondenz: Dos & Don'ts
- Unternehmens-/projektorganisatorische Anforderungen an Claims-Management
Streitverfahren:
- Streitverfahren in Bau-/Anlagenbauprojekten:
- Gerichtsverfahren, Schiedsgerichtsverfahren, Adjudikation, Mediation u.ä.
- Unterschiede, Vor-/Nachteile, insbesondere bei internationalen Szenarien
- Schiedsgerichtsverfahren:
- Verfahrensregeln: Vertrag, Schiedsordnung, geltendes Schiedsverfahrensrecht
- Ablauf, Unterschiede zum deutschen staatlichen Gerichtsverfahren: Besetzung des Schiedsgerichts, Parteigutachter, Disclosure of Documents, Hearing, direct/cross examination of witnesses/experts etc.
- Grundlage und Ablauf von Adjudikationsverfahren
- "Vollstreckung" von Adjudikationsurteilen
- Internationale Projektstreitigkeiten:
- Besonderheiten internationaler Projektstreitigkeiten: Unterschiedliche Sprachen, Kulturen, Erwartungen
- Internationale Schiedsgerichtsverfahren: Schiedsort, Verfahren, Sprache, Schiedsgericht
- Relevante Entwicklungen in der deutschen staatlichen Gerichtsbarkeit: Commercial Courts, englischsprachige Verfahren etc.
- Internationale Vollstreckung (Vollstreckbarkeit) von Gerichts- und Schiedsgerichtsurteilen (EuGGVO, NYÜ etc.)
- Vertragliche Streitklauseln: Dos & Don'ts
- Entscheidung über Ob und Wie eines Streitverfahrens:
- Realistische/vollständige Einschätzung der Erfolgsaussichten eines etwaigen Verfahrens: Sach /Rechtslage; Verfügbarkeit erforderlicher Beweismittel; Vollstreckbarkeit eines etwaigen Urteils;
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Anspruchsgegners; etc.
- Realistische/vollständige Einschätzung der Kosten eines etwaigen Verfahrens: Gerichts-/Schiedsgerichtskosten; Anwaltskosten; Gutachterkosten; eigener Personalaufwand;
Beeinträchtigung des operativen Geschäfts; etc.
- Sonstige Faktoren: Zinsen, Liquidität etc.
- Vergleich Streitverfahren (inkl. o.g. Aspekte) zu etwaig möglichem Vergleich
- Durchführung von Projektstreitverfahren, v.a. Schiedsgerichtsverfahren: