Vergaberecht gilt gemeinhin als formal und starr. Dabei eröffnet es öffentlichen Auftraggebern nicht unerhebliche Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume. Eine wesentliche "Stellschraube" bilden die Zuschlagskriterien. Bei der Auswahl des wirtschaftlichsten Angebots können neben dem Preis beispielsweise auch qualitative, soziale, umweltbezogene und innovative Aspekte Berücksichtigung finden. Der Workshop soll die rechtlichen Grundlagen und praktische Tipps vermitteln, um diese Spielräume rechtssicher und zweckmäßig nutzen zu können. Anhand von Beispielsfällen aus dem Bau-, Dienstleistungs- und Lieferbereich wird die praxisgerechte Anwendung eingeübt.
1. Rechtliche Grundlagen
- Welche Anforderungen stellt das Vergaberecht an Zuschlagskriterien?
- Zulässige und unzulässige Zuschlagskriterien
- Welche Beurteilungs- und Entscheidungsspielräume hat der Auftraggeber?
- Welche Fehlerquellen sind zu vermeiden?
- Welche Neuerungen brachte das Vergabebeschleunigungsgesetz?
2. Welche Vor- und Nachteile gehen mit nicht monetären (qualitativen) Zuschlagskriterien einher?
3. Unterschiedliche Preisbestandteile und ihre Bewertung, Folge- und Lebenszykluskosten
4. Wie erfolgt die Auswahl und Festlegung von Zuschlags- und Unterkriterien?
5. Wie erfolgt die Gewichtung der Kriterien?
6. Welche Vor- und Nachteile hat eine Wertungsmatrix?
7. Was muss wie bekannt gegeben werden?
8. Wie erfolgt die Bewertung von Qualität?
9. Welche Rolle darf die Person des Leistenden spielen?
10. Wie werden Preis und Qualität richtig ins Verhältnis gesetzt?
11. Was muss wie dokumentiert werden?