Worum geht es?
Das Seminar behandelt die Kriminaltechnik als Herausforderung an professionell verstandene Strafverteidigung. Die Teilnehmenden werden geschult, die einzelnen Ermittlungsschritte kontrollieren zu können: Kontrolle der Tatortarbeit, Kontrolle des naturwissenschaftlich-technischen Gutachtenteils, Kontrolle der Befundbewertung: kriminaltechnische Beweisführung und tatrichterliche Überzeugungsbildung, Indizienbeweis, Beweisring und Beweiskette (Bayes'sches Theorem, Produktregel), Merkmalswahrscheinlichkeit, Belastungswahrscheinlichkeit.
Was sind die Schwerpunkte?
- Kriminaltechnik im System der Kriminalwissenschaften
- Abgrenzungen, Begriff, Bedeutung, Problematik: naturwissenschaftliche und technische Fehlerquellen, Forschungs- und Ausbildungsdefizite, personenbedingte Fehlerquellen
- Die einzelnen kriminaltechnischen Fachrichtungen und ihre typischen Probleme im Überblick
- Formspuren: menschliche Spurenfelder (Fingerspuren, Handflächen, Fußsohlen, Ohren, Lippen), technische Spurenfelder (Schuhe, Reifen, Werkzeuge, Schlösser)
- Materialspuren: serologische Spurenfelder (Blut, Urin, Sekrete, Sperma, Haare, Exkrete, Wasser, Boden, Luft), stoffliche Spurenfelder (Glas, Lack, Metall, Kunststoff, Holz, Textilien)
- Spezielle Spurenbereiche: Rauschmittel (Betäubungsmittel, Alkohol, Tabletten), Toxikologie, Schusswaffen, Munition, Brand/Explosion, Kfz-Identifizierung, Stimmen/Sprache, Leichen
An wen richtet sich das Seminar?
Das Seminar richtet sich insbesondere an Fachanwältinnen und Fachanwälte für Strafrecht, Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger.